Was ich vom Profinetworker darüber lernte,
was ich nicht weiß und wovon ich nicht wusste, dass ich es nicht weiß.





Kapitel 4



Ich blickte auf meine Uhr - es war bereits nach Mitternacht!

Wir unterhielten uns bereits seit über sechs Stunden - na ja, genauer gesagt, auch diesmal hatte wieder mal ich viel zu viel geredet und über meine Vergangheit, meine Zukunft und meine Träume gesprochen.

Ich fühlte mich frei wie ein Zugvogel. Es erschien mir als hätten sich meine Sorgen und Befürchtungen in Luft aufgelöst. Ich hatte wieder Hoffnung gefasst.

Zwei Faktoren waren bei dieser Unterhaltung besonders wichtig:

Meine Werte und
Meine Lebensaufgabe.

Soweit ich den Profinetworker überhaupt zu Wort kommen ließ, hakte er bei diesen zwei Punkten immer wieder nach. Was denn meine "Wertvorstellungen" seien.

Ich wusste zuerst gar nicht, was er meinte.

Er sagte, dass er mit "Werten" die Grundwerte meine, die für mich am wichtigsten seien und nahm als Beispiel den "Erfolg".

Ich bestätigte, dass der Erfolg ein wichtiger Wert für mich sei. Daraufhin frug er:

"Was bedeutet Erfolg für Sie?"

Ich sagte: "Na ja, Sie wissen schon ..."

Nein. Ich weiß es nicht! Niemand außer Ihnen selbst weiß, was Erfolg für Sie bedeutet. Ich könnte Ihnen lediglich erklären, was ich darunter verstehe, aber das ist höchstwahrscheinich etwas völlig anderes. Ich würde gerne wissen, was Erfolg für Sie ist"


Oh Mann. Er nahm mich aber wirklich immer wieder in die Zange!

Ich überlegte.
Dann sagte ich: "Freiheit!"

"Gut!" meinte er trocken.

"Werte treten immer paarweise auf; sie bedingen sich gegenseitig.
Sie kennen sicherlich das biblische Gleichnis von der Arche Noah. Noah musste von jeder Spezies zwei Exemplare in die Arche bringen."


Ich hatte wohl verduzt dreigeblickt.

"Also gut", fuhr er fort, "nehmen wir ein praktischeres Beispiel:
Warum hat der Mensch zwei Augen?"


Wegen der bifokalen Bildwahrnehumg"
- trumpfte ich mit meinem Schulwissen auf.

"Sehr gut! Aber es sieht so aus, als bräuchten wir keine zwei Augen. Jede Auge sieht auch für sich bereits gut. Aber im Zusammenspiel gewinnt die Wahrnehmung Tiefe. Genau betrachtet sehen wir gar nicht MIT den Augen, sondern DURCH die Augen. Wir sehen mit dem Gehirn. Doch das ist für unser Beispiel jetzt ohne Belang.
Ein Auge unterstützt jedenfalls das andere."


Das leuchte mir zwar irgendwie ein, aber ich wusste immer noch nicht, was das mit "Erfolg" und "Freiheit" zu tun haben sollte. Also bat ich ihn, mir das noch etwas genauer zu erklären.

"Okay. Für Sie gehören Erfolg und Freiheit zusammen. Ich vermute, dass Sie sich zu einem gewissen Grad der Freiheit beraubt fühlen - sonst wäre sie Ihnen ja nicht so wichtig. Wenn Erfolg und Freiheit in Ihrem Leben mehr zur Geltung kämen, hätten Sie dieses Gefühl der Einengung nicht mehr".

Dann wollte er wissen, was meine "Lebensaufgabe" sei.

Das war die schwierigste Frage, die mir jemals jemand gestellt hatte.

Ich hatte darauf keine Antwort. Das sagte ich dann auch.
"Ich schlage Ihnen ein Spiel vor. Wenn Sie sich darauf einlassen wollen, schließen Sie bitte die Augen"!

Ich gehorchte.

Er sagte, ich sollte mich aufrecht hinsetzen, meine Hände auf die Beine legen und ein paar fest durchatmen.

Ich gehorchte wieder.

"Ich bitte Sie jetzt, Ihre Vorstellungskraft zu benutzen. Stellen Sie sich vor, Sie stünden vor einem Kino. Draußen befindet sich eine riesige Menschenmenge, alle wollen sie den Film sehen.

Jetzt sind Sie neugierig geworden. Nach welchem Film besteht denn ein so großer Andrang? Sie blicken auf die Leuchtanzeige. Dort steht in übergroßen Buchstaben Ihr Name! Der Film trägt den Untertitel:

Die Geschichte seines unglaublichen Lebens!"


Dann führte er mich weiter in dieses Szenario hinein:

"Stellen Sie sich nun vor, dass die Leute bereits im Kino sitzen. Langsam wird das Licht immer düsterer. Die Lautsprecher fangen an, Musik einzublenden. Der Film fängt an.

Welche Szenen sehen Sie jetzt auf der Leinwand?"


Er stellte immer wieder Fragen. Was ich jetzt sähe, was jetzt ...?

Ich weiß nicht mehr, wie lange das so ging. Aber es war eine fantastische Erfahrung. So etwas hatte ich mein ganzes Leben noch nicht getan.

Ich beschrieb einige der Szenen: Lustige Erlebnisse, traurige Ereignisse, vor allem in meiner Jugend, eine längere Krankheit, meine Anfangserfahrungen als Freiberufler, meine Reisen - mit dem 2CV durch Rußland. Ja, das war wirklich ein Abenteuer. Am Schwarzen Meer kamen wir in eine Überschwemmung und das Autochen wurde glatt weggeschwemmt. Meine Reise nach China. Dann sah ich meinen Aufenthalt auf der Insel Vieques bei Puerto Rico, einige Buchten waren mitten in der Nacht so hellblau, dass man alles klar erkennen konnte. Veranwortlich dafür waren Panzergeißelalgen, die Dinoflagellaten, die ein biolumineszentes Licht abgaben.

Viele solche Szenen sah ich auf meinem Lebensfilm. Und am Schluss sah ich mich mit dem Profinetworker in diesem Raum setzen. Dort hörte der Film dann auf.

"Was ist Ihre Lebensaufgabe. Wissen Sie es jetzt?" - wollte er wissen.

Ja. Ich glaub, ich hab's. Ich soll Wissen vermitteln.
Ich soll anderen Menschen zeigen, worauf es ankommt - ihnen aufzeigen, wie auch sie Erfolg haben können".


Ich hatte das noch nie zuvor so gesehen. An diesem einen Tag hatte ich mehr über mich gelernt, als die ganzen Jahre zuvor.


Profinetworking-
system




Gratis-E-Book

Handbuch

Praxisteil