Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!





BR>Zwar konnte der US-Dollar zu $ 35,-- pro Unze in Gold umgetauscht werden, doch dies galt nur für Nicht-Amerikaner. Nach 1962 sogar nur noch für ausländische Regierungen.

Alle übrigen Währungen wurden im einen System fester Wechselkurse mit dem US-Dollar als Leitwährung gehandelt, wobei der Dollar mit 1/35 einer Goldunze festgelegt wurde.

Dadurch erhielten die Vereinigten Staaten von Amerika die Möglichkeit, den Dollar wie Gold zu behandeln.

Die im Bretton Woods-Abkommen vereinbarten Spielregeln sahen stabile Währungskurse vor:
Keine Währung durfte mehr als ein Prozent steigen oder fallen.

So lag der schweizer Franken zum Zeitpunkt der Abkommensunterzeichnung (1944) zum Beispiel fix bei 22,9 US-Cents; er durfte nicht unter 22,7 US-Cents fallen und nicht höher als 23,1 US-Cents steigen.

Falls der Franken die Eckwerte zu übersteigen drohte, war die schweizerische Nationalbank verpflichtet, auf dem Devisenmarkt entweder Franken zu kaufen bzw. zu verkaufen, damit die schweizer Währung wieder in den enggesteckten zulässigen Rahmen zurückkehrte.

Da der schweizer Franken meist gegen die Obergrenze stieß, blieb der Schweiz nichts anderes übrig, als ständig Franken zu verkaufen und US-Dollar zu kaufen.

Die meisten anderen Staaten verfuhren ebenso, vor allem jene, deren Währungen nicht so inflationsträchtig waren wie der Dollar.

Doch all diese Länder wurde mit dem Hinweis beschwichtigt, dass der Dollar "so gut wie Gold" sei und dass jeder nichtamerikanische Besitzer von Dollar - seien es Einzelpersonen oder Regierungen - jederzeit Dollar auf der Basis von einer Unze Gold für 35 Papierdollar beim US-Finanzministerium eintauschen könnten.

Viele nutzen dies in der Tat aus. Die US-Regierung verteuerte den Dollar weiter und so purzelte die amerikanische Goldversorgung von 701 Millionen Unzen im Jahre 1949 auf 296 Millionen Unzen im Jahre 1968.




Noch nie hatte eine Staatsregierung in der Geschichte der Menschheit eine solche Machtfülle erlangt, wie diese 1944 den Vereinigten Staaten gewährt wurde:

Die USA konnten ihr Papiergeld wie Gold behandeln!

Allerdings wurde dabei übersehen, dass Papier trotz allem kein Gold ist. Gold lässt sich nicht beliebig nachdrucken.

Lange Zeit ging es in den USA auf Kosten der anderen Handelspartner aufwärts. Der Dollar wurde jahrelang künstlich oben gehalten, weshalb die Amerikaner damit mehr kaufen konnten als dies in Wirklichkeit möglich gewesen wäre.

Ausländische Produkte standen den Amerikanern deshalb zu Schnäppchenpreisen zur Verfügung. Auf der anderen Seite mussten Nichtamerikaner für ihre eigenen Waren mehr bezahlen, da die Amerikaner ihre Inflation "exportierten", indem sie die nichtamerikanischen Zentralbanken zwangen, mehr von ihrer eigenen Währung zu drucken, um die unerwünschten und überbewerteten Dollar aufnehmen zu können.




Wie nicht anders zu erwarten, traf es die Länder, die ihre Geldangelegenheiten am konservatisten regelten, am härtesten. So musste zum Beispiel die Schweiz wie irrsinnig Franken drucken, um all die Dollar, die keine schweizer Handelsbank haben wollte, bezahlen zu können.

Der Geldbestand der Schweiz erhöhte sich lediglich im Jahre 1971 um 22 Prozent!

Ironischerweise gehörte die Schweiz nicht einmal zu den Unterzeichnerstaaten des Bretton Woods-Abkommens, hielt sich aber - zu ihrem Nachteil - noch lange Zeit, nachdem die Urheberin, die USA, ihre Verprechen bereits gebrochen hatte, immer noch daran.

Die Schweiz konnte sich diese Eigentorpolitik nicht mehr lange leisten. Wie wir in einem späteren Artikel noch sehen werden, waren es Maßnahmen der Schweiz, die die Ungerechtigkeit dieses Nachkriegs-Währungssystems letztendlich abrupt zu Fall brachten.
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