Was spricht für Gold? Weltwirtschaftskrise 1931






1929 erlebten die USA den folgenreichsten Börsencrash ihrer Geschichte. Doch dieser war nur ein Vorbote für das, was noch kommen sollte.

Es dauerte noch bis zum Jahre 1931, bis überall auf der Welt Banken zusammenbrachen. Dies war der Ausstieg aus dem Goldstandard.

Als erstes Land traf es Österreich. Am 8. Mai 1931 hatte die größte österrichte Bank, die Creditanstalt, einen Verlust von 140 Millionen Schilling hinnehmen müssen und erklärte ihre Zahlungsunfähigkeit. Die Creditanstalt war bis dahin von der österreichischen Regierung gestützt worden und hatte jahrelang Darlehen gewährt, die auf sehr dünnen Rücklagen basierten.

Österreich gehörte dem so genannten Sterlingblock an, welcher von Großbritannien gestützt worden war - eine Entwicklung, die von Frankreich (mit hohen Goldforderungen an Großbritannien) gar nicht gerne gesehen wurde.

Die Gründung einer deutsch-österreichischen Zollunion im März 1931 wurde von der französischen Deputiertenkammer einstimmig abgelehnt und in Frankreich als ein Schritt hin zu einer politischen Vereinigung betrachtet.

Die französische Zentralbank beharrte auf einer sofortigen Rückzahlung der Schulden durch Österreich und Deutschland.

Die österreichischen Banken konnten diesem Wunsch nicht nachkommen und so musste die Creditanstalt letztendlich ihre Schalter schließen, wodurch sich Österreich vom Goldstandard verabschiedete.

Damit begann ein Run auf die deutschen Banken.

Deutschland war von den strengeren Kreditbedingungen der Amerikaner etwa Mitte 1928 sehr schnell in Mitleidenschaft gezogen worden und stand auf einem ziemlich wackeligen Sockel.

Der Sturm auf die Banken ging unvermindert weiter und obwohl US-Präsident Herbert Hoover im Juni 1931 ein Moratorium, also einen Schuldenaussetzung, für die deutschen Verpflichtungen erklärte, war Frankreich nicht auf Anhieb zum Mitmachen bereit - und wartete zu lange ab!

Am 15. Juli 1931 erklärte Deutschland den Staatsbankrott.

Damit war der Goldstandard für Deutschland Geschichte.

Beide Länder hatten sich redlich darum bemüht, den Goldstandard bis zuletzt aufrecht zu erhalten und als das Ende dann kam, wurde es als Schmach empfunden. Für Großbritanien kann dies nicht gesagt werden. Dieses Land gab den Goldstandard kampflos auf.

Wenngleich die Nachfrage nach britischem Gold den Sommer über anhielt, weigerte sich das Land, das Pfund durch Anhebung der Zinssätze zu verteidigen. Während immer mehr Gold aus dem britischen Banken abfloß, schuf die Bank of England neues Geld, um die Bankreserven aufzustocken.

Die Banque de France koopierte loyal und hielt sich mit Beschwerden zurück. Diese französische Zentralbank hatte Forderungen in Pfund Sterling, die das Siebenfache ihres Kapitals betrugen, und sah einem Großbritanien, das dem Goldstandard abschwor, deshalb mit Schrecken entgegen.

Frankreich tat es gar den Vereinigten Staaten von Amerika gleich und bot Großbritannien enorme Darlehen an. Doch die Bank of England nutzt noch nicht einmal die bisherigen Kreditlinien aus und nur zwei Tage, nachdem der Nederlandsche Bank (die ihr gesamtes Kapital in Pfund Sterling hielt) zugesichert wurde, dass England beim Goldstandard bleiben würde, wurde diese Zusicherung gebrochen.

Diese Ankündigung kam am 20. September 1931.

Großbritannien war jahrhundertelang die Finanzmacht der Welt gewesen. Die Ankündigung, den Goldstandard aufzugeben, versetzte die Welt deshalb in Erstaunen.

Dazu kam, dass andere Regierungen in die Irre geführt worden waren. Das Kapital der Zentralbanken von Frankreich und Holland wurde innerhalb eines Tages wertlos. Die Staaten konnten den Finanzzusagen anderer Regierungen nicht mehr trauen.

Einige Jahre später begingen auch die Vereinigten Staaten denselben Verrat.

Viele Leute haben ihr Geld in Pfund Sterling verloren, dann in Dollar.


Hätten diese Leute damals einen Goldkaufplan gehabt oder sich anderweitig mit Gold eingedeckt, wären ihnen diese Verluste erspart geblieben.


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